Bild links: Das Team der Orthopädiewerkstatt in Deschapelles mit Daniel Böttcher (vorn).

Bild rechts (v.l.n.r.): Die Techniker Djoel Charles und Daniel Böttcher helfen einem kleinen Jungen mit Unterschenkelparese.

Urlaub mal ganz anders …

 

Nach seinem dreiwöchigen „Arbeitsurlaub“ in Haiti ist Zimmermann-Orthopädietechniker Daniel Böttcher wohlbehalten zurückgekehrt. Im Rahmen des Hilfsprojektes „medi for help“ hatte der 24-jährige Cottbuser zahlreiche Prothesen und Orthesen für Unfall- und Katastrophenopfer gefertigt und angepasst.
„Es war eine unglaubliche Erfahrung“ fasste er seine Eindrücke gegenüber rbb-online zusammen. Viele dramatische Bilder von Elend und Armut würde er „für immer im Kopf behalten“, so Böttcher. „Was ich gesehen und erlebt habe, hat mich geerdet“, bekennt er: „Wie klein sind doch unsere Probleme angesichts dessen, was dort los ist“.

Mit unserem Jahresmotto "Mobilität 2017" plädieren wir für noch mehr Flexibilität und unproblematische Bewegungsmöglichkeiten. Als Vorbilder und Botschafter für "Mehr Mobilität!" haben wir körperbehinderte Freizeit- und Profisportler porträtiert, z. B. die Weltrekordlerin Vanessa Low in unserem Team-Report 37/16. Die meisten dieser Leute haben bewegende Lebensgeschichten. Mit ihren coolen Prothesen, schnellen Rollstühlen und eisernem Willen vollbringen sie unglaubliche Leistungen, manchmal bessere als Sportler ohne Handicap. Dann wird darüber diskutiert, ob ihre Behinderung noch Einschränkung oder schon Vorteil ist. Keiner der porträtierten Athleten will jedenfalls bemitleidet werden. Die Profis wollen Medaillen, die Amateure Anerkennung und Spaß haben.
Natürlich sind die Sportler auch wichtig für unsere Branche, weil sie modernste Mobilitätshilfen unter Extrembedingungen verwenden. Die Mensch-Technik-Schnittstellen und die Produkte selbst können im Dialog mit den Akteuren immer weiter verbessert werden. Und jeder Anwender kann sicher sein: Was sich im Leistungssport bewährt, funktioniert im Alltag auf jeden Fall erst recht!

Die sechs Kilogramm schwere Bronze-Statue gilt in Fachkreisen als wichtigste Wirtschafts-auszeichnung des deutschen Mittelstandes und wird landläufig oft als "Mittelstands-Oscar" bezeichnet. Foto: OPS, B. Löffert


Zimmermann-Team gewinnt
Mittelstands-Oscar

 

Das Cottbuser Orthopädie- und Reha-Team Zimmermann ist Preisträger im Wettbewerb um den Großen Preis des Mittelstandes 2016. Anfang September nahm Geschäftsführer Jörg Zimmermann (Foto) die begehrte Trophäe für die Wettbewerbsregion Berlin/Brandenburg entgegen, in der insgesamt 292 Firmen nominiert waren. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Zimmermann gegen mehr als 300 Mitbewerber behauptet und war bis in den Kreis der fünf Finalisten gekommen.

 

Politiker auf Sommertour bei Zimmermann

 

Gut gelaunt und "tief beeindruckt von der Komplexität des Leistungsangebotes und der Kompetenz der hier Arbeitenden" zeigte sich der Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese bei einem Informationsbesuch beim Zimmermann-Team in Groß Gaglow. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Kerstin Kircheis hatte sich Freese am 30. August einen Einblick in innovative Bereiche des Hauses verschafft. "Der unternehmerische Mut von Herrn Zimmermann ... trägt heute sichtbare Früchte", konstatiert Ulrich Freese auf seiner Facebook-Seite.

 

Kerstin Kircheis und Ulrich Freese ließen sich von Jörg Zimmermann (v.r.n.l.) interessante Produkt-Details erläutern.

"Ein Quantensprung in der Sitzschalenfertigung"
Zimmermann-Team arbeitet mit neuer Technik in der Kinder-Reha

 

Als bundesweit erster Fachbetrieb verwendet das Zimmermann-Team seit Juli die neueste Generation der Maß- und Abformtechnik in der Sitzschalenfertigung. Schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche brauchen in Ihrem Alltag eine Sitzschalenversorgung, wenn sie nicht in der Lage sind, ihren Oberkörper selbständig aufzurichten und zu sitzen.
"Herzstück der Prozessinnovation ist ein multifunktioneller Abform-Stuhl", erklärt Torsten Erdbeer vom Reha-Team Zimmermann. Die Konstruktion kann über Pedale elektrisch verstellt werden und verfügt über eine integrierte Vakuumpumpe für das große Abform-Kissen. Ein weiterer Vorteil der Technologie besteht darin, dass einige Folgearbeitsgänge durch 3-D-Scanner nicht nur vereinfacht, sondern gleichzeitig auch präziser ausgeführt werden. Zahlreiche andere Fertigungsschritte fallen sogar ganz weg. "Das ist ein Quantensprung in der individuellen, passgenauen Schalenfertigung", betont Reha-Fachmann Torsten Erdbeer.

Orthopädiemechaniker Torsten Erdbeer (links) bei der Anfertigung eines Vakuumabdruckes. Der 10-jährige Marko hat sich als Proband zur Verfügung gestellt.

Bestnoten für Jessica Holcke

 

Die Zimmermann-Mitarbeiterin hat Ende Juni eine Zusatzqualifikation als Sensomotorik-Technikerin mit beachtlichen Ergebnissen abgeschlossen: Sie absolvierte als Einzige alle Prüfungen an der Footpower-Akademie mit "Sehr gut" und wurde dadurch Jahrgangsbeste. Das neu erworbene Fachwissen und handwerkliche Geschick gibt der gelernten Orthopädie-Schuhmacherin noch größere Sicherheit im Arbeitsalltag. Außerdem kann sie jetzt z. B. mit Physiotherapeuten auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

Vor der Abschlussprüfung mussten angehende Sensomotorik-Techniker an mindestens sechs Seminaren (Basis, Anatomie, Rücken, Neuro, Sport, Kinder) erfolgreich teilgenommen haben. Zusätzlich waren vorab drei eigene Versorgungen mit Einlagen schriftlich sowie mittels Video oder Fotos zu dokumentieren und einzureichen.

25 Jahre
Zimmermann


Mit einer großen Torte in Form des Firmengebäudes feierte das Zimmermann-Team Anfang Juli ein bedeutsames Jubiläum:
Im Sommer 1991 hatte Jörg Zimmermann (Mitte) die damaligen Orthopädischen Werkstätten von der Stadt Cottbus übernommen. Dort war er selbst zum Orthopädiemechaniker und Handwerksmeister ausgebildet worden.
Nach dem Mauerfall sammelte er zunächst in Niedersachsen ein Jahr lang Erfahrungen in Sachen Marktwirtschaft. Beim Neustart in Cottbus übernahm Jörg Zimmermann 15 Beschäftigte. Heute sind 80 Mitarbeiter/innen im Unternehmen tätig. Alle konnten sich eine "Scheibe vom Haus Zimmermann" abschneiden.

Die Podologin Diana Forys arbeitet im Haus Zimmermann mit Orthopädieschuhtechnikern, Wundschwestern und dem Sani-Team eng zusammen. Vor allem, um beim Diabetischen Fußsyndrom eine individuelle und perfekte Versorgung zu gewährleisten.

 

Die Podologie (griechisch: "Lehre am Fuß") ist gemäß deutschem Podologengesetz ein medizinischer Fachberuf.

Heilung von Problemfüßen


Eingewachsene Zehennägel, Hornhaut, Wunden, schmerzende Hühneraugen, Nagelmissbildungen oder Nagelpilze sind Fußprobleme, die man selten allein in den Griff bekommt. Mit Diana Forys gibt es dafür im Hause Zimmermann eine staatlich geprüfte Expertin für Podologie, die Kassenpatienten und Selbstzahlern eine breite Palette hoch qualifizierter Leistungen bietet, z. B.


● podologische Komplexbehandlung (medizinische Fußpflege);
● klassische Fußpflege;
● Abtragen von Hornhaut;
● Behandlung von Hühneraugen oder Warzen;
● Behandlung von Nagelveränderungen, z. B. verdickten oder eingewachsenen Nägeln;
● Setzen von Nagelkorrekturspangen;
● Anbringen von Druck- oder Reibungsschutz;
● weitere Sonderleistungen.

 

Interessenten melden sich bitte telefonisch an unter 0355/78 05 20.

Tim Hentschel Ende November auf der Meister-Feier mit dem Berliner Handwerkskammer-Präsidenten Stephan Schwarz (links) und IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder (rechts).


Diese Meisterstücke überzeugten den Prüfungs-ausschuss: ein längsovaler Oberschenkelschaft (rechts) und eine Ganzbein-Orthese.


Tim Hentschel als bester Handwerksmeister in Berlin ausgezeichnet

 

Bester war er schon öfter. Zum Beispiel auf dem Fußballplatz, beim brandenburgischen Handwerker-Leistungswettbewerb und sicher auch bei Mutti. Inzwischen ist er selbst Vater und hat seinen Orthopädietechnik-Meisterbrief in der Tasche, ausgestellt von der Handwerkskammer Berlin. Aber Tim wäre wohl nicht Tim, wenn er es dort ohne Ambitionen auf Platz eins gemacht hätte. Auf Grund der enormen Anforderungen bei Meisterprüfungen hatten von ursprünglich 12 Anwärtern überhaupt nur drei bestanden - davon Tim Hentschel vom Orthopädie- und Reha-Team Zimmermann mit den besten Ergebnissen. "So etwas geht aber weder 'mit links' noch ausschließlich mit Übung - obwohl die ja sprichwörtlich den Meister machen soll", sagt Jungmeister Hentschel. "Die Ausbildung dauert vier Jahre und sie ist teuer. Ohne meine sehr verständnisvolle Frau, helfende Kollegen und Geld aus der Begabtenförderung wäre das wohl nicht so gut gelaufen", resümiert er.